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Einleitung
Gewandung und Schmuck


Schmuck und Fibeln Beginnen möchten wir an dieser Stelle, dass die hier abgebildeten Kleidungsstücke aus unserem privaten Bestand sind und ich diese nach meinem /unseren aktuellen Wissensstand gefertigt habe. Voraussetzung ist natürlich ein Grundwissen über verwendete Stoffe und den regional abhängigen Gebräuchen, sowie die Zeitepoche die man gerne darstellen möchte! Die verwendeten Stoffe waren hauptsächlich Leinen und Wolle, wobei auch Seide verarbeitet wurde, die später mit dem Handel eingeführt oder von Reisen mitgebracht wurde.

Wir suchen ständig nach "Schnittmustern" und versuchen so nah wie möglich an die damalige Kleidung heran zu kommen. Dies ist machmal gar nicht so einfach, denn selbst wenn ein Fund aus Birka in unsere Zeit fällt, wurden diese Sachen so regional getragen, das sie in Haithabu nicht aufgetaucht sind! Die etwas später datierte (995) Skjoldehamn-Hose ist eigentlich auch kein Fund aus unserer Zeit (883).
Ebenfalls sind meine Perlen in der Fibelkette ein wilder Mix aus allem was ich persönlich schön finde (Haithabu, Birka, Gotland).
Nein, wir machen keine Grabdarstellung (genaue Darstellung aus einem Grabfund), dennoch versuchen wir so authentisch wie möglich zu bleiben. Vieles ist ein Ausprobieren bis man zu der Erkenntniss kommt das man einige Dinge austauscht oder anders macht.
Deshalb die Bitte an Alle die dieses Hobby schon seid 15 Jahren und länger machen, seid nachsichtig mit uns und gebt jedem Zeit sich weiter zu entwickeln! ☺

Fibeln

Wie Fibeln beispielsweise getragen und hergestellt wurden und welche Formen es gab, habe ich in einen Bericht für das Forum in der Trelleborg zusammengestellt!

Für Infos HIER klicken

Fibeln gibt es in unzähligen Varianten. Scheibenfibeln, Ringfibeln, Schildkröt- oder Ovalfibeln um nur einige bekannte Formen zu nennen. Eine Besonderheit stellt die Kleeblattfibel (im Bild oben rechts zu sehen) dar. Die Kleeblattfibel war eine einzelne oder als sogenannte Drittspange getragende Fibel der Frauentracht. Damit verschloss man beispielsweise einen Umhang oder sie wurde als reines Schmuckstück getragen.
Kleeblattfilbeln erschienen am Beginn der Wikingerzeit als fränkische Schwertgurtbeschläge, waren also ursprünglich Teil der männlichen Bewaffung. Mein lieber Freund Daniel Naguschewski (karolingische Darstellung) hat mir bei der Recherche geholfen, wie diese Kleeblattfibel am Schwertgurt ausgesehen haben könnte. Durch einige Kontakte mit Museen konnte Daniel mir folgene Abbildungen und einen Link zukommen lassen.

Der Forscher beschäftigte sich vor allem mit Schwertgurten aus dem 5.-7. Jahrhundertsund und die karolingischen Garnituren mit kleeblattförmigem Beschlag dienten ihm hauptsächlich dazu,
aufzuzeigen, dass der an älteren Schwertgurten verwendete Haupt- und Nebenriemen bis zum 9. Jahrhundert beibehalten wurde.
Kleeblattfibel Schwertgurt
Im Rahmen einer Publikation des Schwertgurtes aus dem italienischen Kloster SanVinzenzo al Volturno, fügte man folgende Teile zusammen.
Einen kleeblattförmigen Beschlag, einem kleineren ovalen Beschlag und eine Schnalle mit jeweils gleicher Verzierung. Ein zweiter (etwas größerer)
ovaler Beschlag hat eine andere Verzierung und wurde erst nachträglich der Garnitur hinzugefügt.










Beschläge
Info

Foto und Beschreibung aus dem Ausstellungsführer "CREDO" Museum Paderborn 2013

Alles weitere über die Rekonstruktion dieses Schwertgurtes, mit vielen Abbildungen und Funden, unter diesem "Klick"


Quelle Bilder und Publikation: Schwertgurte des 9. bis 10. Jahrhunderts in West- und Mitteleuropa/Simon Ungerman


Schmuck



Der Schmuck der Wikinger fazieniert auf atemberaubende Art und Weise. Die Vorliebe Schmuck so wunderbar zu gestalten, bis ins kleinste Detail,
steht den Goldschmiedearbeiten von heute in nichts nach. Außerdem werden einige dieser Schmuckstücke mit Filigrantechnik, mindestens genauso "unerschwinglich" damals gewesen sein, wie sie es heute wären.
Die Filigranarbeit ist sehr aufwendig, einzelne flache oder zwei bis drei Drähte werden dabei zusammengedreht (verzwirnt). Die Drähte wurden zu Mustern gebogen und aufgelötet, manchmal aber auch freistehend ohne Unterlage zu durchbrochenen Flächern gefügt.
Mit diesen gezwirnten und gekerbten Filigrandrähten und kleinsten goldenen Granultionskügelchen,
ist als besherrschendes Ornament, das zeittypische Schlingenkreuz herausgearbeitet. Solche verzierten Schmuckstücke gehörten zu den größten Kostbarkeiten, die nur für die fürstlichen Oberschichten bestimmt waren.
Diese Schmückstücke wurden gerne kopiert, in dem man mit Filigranarbeit imitierenden Mustern goss.

Anhänger

Terslev-Anhänger, Museum Haithabu 2012




Der hier abgebildete Fibel ist eine von zwei gefundenen Anhängern aus dem Frauengrab in Grabkammer 5 (Haithabu). Zu den weitern Funden gehören zwei Schalenfiblen aus Silber (Foto der Schalenfibeln unter Galerie Haithabu 2012), sie sind die einzig erhaltenen Silberschalenfibeln aus dem Einflussgebiet der Wikinger.

Außerdem schmückten die Frau ein weiterer goldener Anhänger und elf Perlen aus Glas und Berstein. Die Funde aus dem reich ausgestatteten Grab, lassen annehmen, daß es sich um eine Frau aus der Oberschicht gehandelt haben muss.

Quelle, Beschreibung der Filigrantechnik: Hildegrad Elsner, Haithabu: Schaufenster einer frühen Stadt und Handels und Gewerbezentrum der Wikingerzeit/Museum Haithabu Besuch 2012

Kleidung



Die gefundene Thorsberg Hose, aus dem gleichnamigen Moor, lässt einen Schnitt "erahnen" der aus dem 3. Jahrhundert stammt. Ebenfalls sind Hosenfragmente im Hafen von Haithabu gefunden worden, die als "Thorsberg ähnlich" gelten. (Prof. Inga Hägg, Museum Haithabu)

Die Skjoldehamn-Hose ist eine weitere Hose aus dem Frühmittelalter deren Datierung bei ca 995 liegt.
Den Schnitt dieser Hose verwenden auch wir, da er der scheinbar bequemste Schnitt ist. Den Link zur Skjoldehamn-Hose, wie sie vermutlich aussah und auch die Texilfunde
unter diesem "Klick " Thorsberghose

Skjoldemamn-Hose

Foto Quelle: Schnittmusterbuch "Kleidung im Mittelalter: Materialien - Konstruktion - Nähtechnik. "Ein Handbuch" von Katrin Kania


Weitere Infos über die Kleidung der Wikinger findet ihr in der Menüleiste.